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Meldung vom: 07.12.2009

Deutschland braucht einen Wertekanon

Plauen (idea) – Deutschland braucht einen Wertekanon. Davon ist der Dekan der Freien Theologischen Hochschule Gießen, der Ethikdozent Stephan Holthaus, überzeugt.

Der Dekan der Freien Theologischen Hochschule Gießen, der Ethikdozent Stephan Holthaus: In der Gesellschaft hat sich eine Nützlichkeitsethik durchgesetzt.

Er sprach am 4. Dezember im sächsischen Plauen auf Einladung des Comenius-Forums Vogtland zum Thema „Werte – was Deutschland wirklich braucht“. Nach seiner Einschätzung gibt es keinen Kanon von Werten mehr, der für alle Menschen verbindlich sei. Vielmehr habe sich eine Nützlichkeitsethik durchgesetzt, die das Gemeinwohl zurückstelle. Dieses moralische Vakuum zeige sich in vielen Bereichen. So sei die Finanz- und Wirtschaftskrise ohne den Verlust von Werten nicht zu verstehen. Ethische Überzeugungen wie Maßhalten, Bodenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein hätten der Gier und der Sucht nach schnellem Erfolg Einhalt gebieten können. Holthaus erinnerte dabei an das Idealbild des „ehrbaren Kaufmanns“. Die Grundlage sei Vertrauen gewesen. Davon sei die Wirtschaft heute vielfach ebenso weit entfernt wie die Politik. Die Politikverdrossenheit sei auch dadurch zu erklären, dass öffentliche Verantwortungsträger immer stärker ihr Image betonten, anstatt Fehler einzugestehen. Sie predigten Pragmatismus statt fester Überzeugungen. Holthaus zeigte sich davon überzeugt, dass der Mensch Gott brauche, um moralisch leben zu können. Nicht umsonst heiße es zu Beginn der Zehn Gebote „Ich bin der Herr, dein Gott“. Am Anfang jeder Moral müsse die Hinwendung zu Gott stehen. Das Comenius-Forum Vogtland ist eine regionale Weiterentwicklung des Johann-Amos-Comenius-Clubs Sachsen – einer Veranstaltungsreihe der CDU-Fraktion des sächsischen Landtags, die viermal jährlich stattfindet.

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