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Meldung vom: 23.11.2009

Kauder mahnt zum Einsatz für verfolgte Christen

Schwäbisch Gmünd (idea) – Christenverfolgung gehört zu den bedrängenden Problemen der Gegenwart. Dieser Ansicht ist der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder.

Es handele sich nicht um Einzelfälle, schreibt er in einem Grußwort zum Kongress „Gedenket der Märtyrer – Christenverfolgung heute“, der vom 22. bis 25. November in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Als Beispiele für besonders bedrängende Situationen nennt Kauder Gerichtsverfahren im Iran gegen ehemalige Muslime, die Christen werden, verwüstete christliche Dörfer in Indien und die Lage der Untergrundkirche in der Volksrepublik China. Laut Kauder soll sich eine am christlichen Menschenbild orientierte Politik nicht nur grundsätzlich für die universelle Einhaltung der Menschenrechte einsetzen, sondern speziell auch für verfolgte Christen: „Als Christen sind wir besonders gefragt, wenn es um das Leid unserer Glaubensbrüder geht. Wir sind mit ihnen in Jesus Christus verbunden.“ Veranstalter des Kongresses mit rund 250 Teilnehmern sind das Christliche Gästezentrum Württemberg „Schönblick“ und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Kooperation mit zehn Hilfsorganisationen.

Bis zu 250 Millionen verfolgte Christen

Nach Angaben des Direktors des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), sind mehr als 100 Millionen Christen Verfolgungen ausgesetzt. Etwa 90 Prozent aller aus religiösen Gründen Verfolgten seien Christen. Andere Experten schätzen, dass bis zu 250 Millionen Christen betroffen sind, meist in Ländern mit islamischen, buddhistischen und hinduistischen Mehrheiten oder in kommunistisch regierten Staaten. Das Institut ist eine Einrichtung der Weltweiten Evangelischen Allianz. Als Hauptgründe für Verfolgung nannte der Vorsitzende des Instituts, Studienleiter Paul Murdoch (Tübingen), die Angst, Macht und Einfluss an Christen zu verlieren.

20. Jahrhundert war für Christen das blutigste

Der Vorsitzende der Hilfsaktion Märtyrerkirche, Kirchenrat i.R. Rolf Sauerzapf (Kassel), bezeichnete das 20. Jahrhundert als das an Verfolgung blutigste in der 2.000-jährigen Kirchengeschichte. Türkischen Pogromen seien von 1915 bis 1921 mehr als 1,5 Millionen christliche Armenier zum Opfer gefallen, später seien auch die Assyrer im Gebiet Tur Abdin (Berg der Gottesknechte) bis auf einen kleinen Rest vernichtet worden. Kommunisten hätten in der Sowjetunion zwischen 1917 und 1989 rund 20 Millionen Menschen – überwiegend Christen – umgebracht. Millionen Todesopfer durch Verfolgung habe es auch in der Volksrepublik China gegeben. Berichte über diese Gräuel seien im Westen jedoch weitgehend unterdrückt worden. Als norwegische Christen den lutherischen Pfarrer Richard Wurmbrand (1909-2001) nach 14 Jahren Gefangenschaft in rumänischen Kerkern freikaufen konnten, habe man dessen Schilderungen nicht glauben wollen. Während Wurmbrand als Antikommunist denunziert worden sei, hätten westliche, marxistisch orientierte Kirchenführer mit gleichgeschalteten Kirchenleitungen im Ostblock über friedliche Koexistenz gesprochen.

Bischof July: Märtyrer sind keine Selbstmordattentäter

Schirmherr der Konferenz ist der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart). Er kritisiert in seinem schriftlichen Grußwort eine große Unkenntnis vieler Medien über die Situation von Christen. „Skandalöse Vergleiche“, in denen Selbstmordattentäter und christliche Märtyrer in einem Atemzug genannt wurden, belegten, „wie Gleichgültigkeit zur Uninformiertheit führt und groteske Folgerungen auslöst“. Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hatte am 4. August über evangelikale Missionare in die Nähe islamistischer Selbstmordattentäter gerückt. Laut July sehnt sich kein Christ danach, Märtyrer zu werden.

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