Warum Bosse beten
Bonn (idea) – Christlich zu sein, gewinnt wieder an Wert – auch in Unternehmen. Diesen Trend beobachtet das Magazin „managerSeminare“ (Bonn). Es bringt in seiner Dezember-Ausgabe einen Beitrag unter dem Titel „Wenn Bosse beten – Religiosität im Management“.„Religion hält Einzug in die Business-Welt. Befeuert wird dieser Trend durch die Krise, begründet hat diese ihn aber nicht“, heißt es. Der von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Kooperation mit tempus-Consulting (Giengen bei Ulm) veranstaltete Kongress christlicher Führungskräfte habe bereits 1999 in Fellbach bei Stuttgart 1.000 Teilnehmer gezählt; Anfang dieses Jahres seien es in Düsseldorf mehr als 3.800 gewesen. „Die Erfolgsgeschichte des Kongresses ist ein Indiz für einen Trend, der mehr und mehr an Fahrt aufnimmt: Christlich zu sein gewinnt wieder an Wert“, so der Autor des Beitrags, Axel Gloger. Viele Führungskräfte hätten erkannt, dass sie zusätzliche Kraft brauchten, um in ihrer Rolle weiter bestehen zu können, wird Pastor Peer Detlev Schladebusch zitiert, der bei der hannoverschen Landeskirche als Firmenseelsorger angestellt ist. Hinzu komme die Wirtschaftskrise. Viele Menschen kämen mit ihrem Doppelleben nicht mehr zurecht, so der Verleger Norman Rentrop (Bonn). „Die Menschen wollen ungespalten leben. Das Vaterunser hat seinen Platz nicht nur am Sonntag in der Kirche“, zitiert ihn das Magazin.
„Christianisierung der Arbeitswelt“
In den USA sei die „Christianisierung der Arbeitswelt“ schon seit einigen Jahren im Gange. Dort vermittelten Unternehmen wie „Corporate Chaplains“ (Wake Forest/Bundesstaat Nord Carolina) Geistliche an Firmenkunden. „Jeder Soldat kann sich von einem Geistlichen betreuen lassen, wenn er weit weg von Familie, Gemeinde und Kirche ist. Warum sollte das nicht auch für Beschäftigte in Unternehmen möglich sein“, erklärt Vizepräsident Dan Truitt die Geschäftsidee. Über 100.000 Mitarbeiter sind der Fürsorge der Geistlichen von „Corporate Chaplains“ anvertraut. In Deutschland gebe es etwas derartiges zwar noch nicht, so das Magazin. Doch auch hierzulande „überschreiten Gottesmänner immer häufiger die Türschwellen zu Bürohäusern und Betrieben“. Als Beispiel wird das Unternehmen Suchy-Messtechnik im sächsischen Lichtenau angeführt, wo jeden Freitag ein Theologe ins Unternehmen komme, um mit Beschäftigten in einem Kurzseminar über Themen des Lebens zwischen Familie und Beruf zu sprechen. Seminare, die Management mit biblischen Inhalten verknüpfen, seien zu einem gefragten Nischenangebot des Weiterbildungsmarktes geworden.


